09.11.2019

NEU im Blog: Von Barth nach Siebenbürgen

Pädagog/inn/enreise nach Siebenbürgen/Rumänien vom 30. Oktober bis zum 3. November 2019 –

Wer mit Kindern und Jugendlichen arbeitet, in Kirchengemeinde, Schule oder Bibelzentrum, steht vor verschiedenen pädagogischen Herausforderungen. Eigene Praxis und Erfahrungen mit anderen Perspektiven ins Gespräch zu bringen, kann da nicht nur spannend sein, sondern auch motivierend, entlastend oder anrührend. So war es bei einer fünftägigen Reise zu erleben, die vom Referat Arbeit mit Kindern im PEK (Barbara Schlicht) und dem Barther Bibelzentrum gemeinsam mit dem siebenbürgischen Pfarrer Dr. Peter Klein vorbereitet wurde. Verschiedene Begegnungen mit kirchlich-pädagogischen Mitarbeiterinnen standen ebenso auf dem Programm wie ein gemeinsamer Fortbildungstag zum Thema Kirchenpädagogik. –

Für den Blog des Bibelzentrums schrieb Andrea Stein, gemeindepädagogische Mitarbeiterin aus Stralsund, die nachstehenden Zeilen:

In aller Frühe brachen wir am 30. Oktober nach Siebenbürgen auf; in ein Gebiet, das ich noch gar nicht kannte und wohl auch niemals auf die Idee gekommen wäre, dort einmal Urlaub zu machen. Das sollte sich nach dieser Reise ändern.
Augenscheinlich berührte mich die interessante Architektur vieler Gebäude, die eine innewohnende Schönheit durchscheinen ließ.
In unseren Begegnungen erlebte ich Menschen, die für das Evangelium leben und in aller Schlichtheit “die Ärmel hochkrempeln”.
Dabei imponierte mir am meisten ihre völlig andere Sicht der Gegebenheiten.
Im Altenheim “Dr. Carl Wolff” in Hermannstadt hörte ich, dass ein Gottesdienst mit wenigen Menschen nicht ein Problem der Anzahl, sondern eines zu groß gewählten Raumes ist; dass es darum geht, auch den vielleicht letzten Menschen einer Volksgruppe in Würde bis zum Lebensende hin zu begleiten und viele Untergangsprognosen für christliches Leben nicht wahr wurden, sondern das Neue einfach anders begann. Wie die noch vorhandenen Gaben gemeinschaftsorientiert und nicht leistungsorientiert genutzt wurden, erlebte ich im Reformationsgottesdienst mit etwa 30 Heimbewohnern. Das Notenblatt für die in diesem Heim lebende “Organistin” war erheblich größer und wir sangen die Lieder einfach etwas langsamer, vielleicht dadurch auch bewusster.
In der Schwarzen Kirche in Kronstadt hörten wir von der dortigen Arbeit als einen Dienst voller Hoffnung. Eine junge Gemeindepädagogin arbeitete dort bereits, während sie noch lernte und sich fortbildet.
Man hat und erwartet offensichtlich keine fertigen jungen Leute mit Abschluss und vielen Erfahrungen, sondern begleitet sie in ihrem Werden. Ein ganz lebendiges Zeugnis dafür war für mich die jugendliche Kirchenführerin, die vor Begeisterung sprudelte und die Besucher mit ihrem großen Wissen fesselte.
So bewegen mich noch viele Worte und Begebenheiten, die ein neues Nachdenken in mir beflügeln.

Andrea Stein aus Stralsund